Mähroboter einwintern:
Der Akku überlebt meistens.
Die Platine nicht.
Jeden Frühling stehen hier Geräte, die im Herbst noch tadellos gelaufen sind und jetzt nicht mehr aufwachen. Fast nie liegt es am Akku. Es liegt an Feuchtigkeit, die sich über den Winter durch eine müde Dichtung gearbeitet hat.
Die meisten Anleitungen im Netz erzählen euch dasselbe: Akku halb voll laden, Klingen wechseln, sauber machen, fertig. Das ist nicht falsch. Es ist nur die Hälfte, und ausgerechnet die unwichtigere.
Ein Mähroboter steht von März bis Oktober im Freien. Regen, Tau, Hitze, wieder Regen. Die Dichtungen an Gehäusedeckel, Ladekontakten und Sensordurchführungen arbeiten die ganze Zeit gegen Temperaturwechsel. Nach zwei, drei Saisons sind sie hart geworden. Sie sehen noch aus wie neu, dichten aber nicht mehr richtig.
Dann kommt der Winter. Der Roboter steht in der Garage, es wird kalt, es wird wieder wärmer, und jedes Mal schlägt sich Kondenswasser im Gehäuse nieder. Auf der Platine. Über vier Monate.
Was ihr selbst machen könnt
Alles, was jetzt kommt, schafft jeder in einer knappen Stunde. Es deckt den größten Teil ab und ist deutlich besser als nichts.
Runter mit dem Gerät, Gehäuse abnehmen soweit vorgesehen, Messerteller und Radantriebe freilegen. Gras setzt sich als harte Kruste um die Antriebswellen, und dort sitzen die Wellendichtringe.
Handbürste, Holzspachtel, feuchtes Tuch. Kein Hochdruckreiniger, kein Gartenschlauch mit Strahl. Ihr drückt das Wasser genau dorthin, wo es nichts verloren hat. Das ist der schnellste Weg, sich den Schaden selbst zu bauen, den man eigentlich vermeiden wollte.
Mähroboterklingen sind Wegwerfteile. Sie wiegen wenige Gramm und drehen mit hoher Drehzahl. Wer sie nachschleift, nimmt ungleichmäßig Material ab, und dann läuft der Messerteller unwuchtig. Das geht auf Motorlager und Aufnahme.
Tauscht immer den kompletten Satz, auch wenn nur eine Klinge beschädigt aussieht. Und die Schrauben gleich mit, die sind Teil des Sets und ausgeleiert schneller als man denkt.
Voll laden und wegstellen. Ein Lithium-Ionen-Akku altert bei vollem Ladestand deutlich schneller als bei mittlerem.
Ideal sind ungefähr 5 bis 15 Grad, trocken und ohne große Temperatursprünge. Ein ungedämmter Blechschuppen ist der schlechteste Ort, den es gibt, weil dort jeden einzelnen Tag Kondenswasser anfällt.
Keller, Garage oder ein trockener Abstellraum sind gut. Direkt neben der Heizung ist wieder schlecht.
Die Station selbst darf draußen bleiben. Netzteil und Kabel gehören trotzdem rein, und die Ladekontakte solltet ihr euch ansehen. Wenn sie schwarz oder grün angelaufen sind, vorsichtig blank machen.
Bei RTK-Systemen bleibt die Stange der Referenzstation in der Regel ebenfalls stehen, die Antenne selbst jedoch sollte man abschrauben und abstecken. Bei kabelgebundenen Systemen bleibt das Begrenzungskabel selbstverständlich liegen, das nimmt niemand raus.
Der Punkt, an den kaum jemand denkt. Macht das Update, solange das Gerät noch verbunden ist. Sonst startet ihr im März mit einer Firmware von vorletztem Jahr und ärgert euch über Fehler, die längst behoben sind.
Mit dem Hochdruckreiniger reinigen. Steht oben schon, wird hier wiederholt, weil es der teuerste Fehler ist.
Den Akku ausbauen, wenn er verklebt oder verschraubt ist. Bei vielen Modellen sitzt er hinter der Abdichtung. Wer da hineingeht ohne zu wissen, wie wieder abgedichtet wird, macht die Sache schlimmer.
Über Winter am Strom stehen lassen. Manche denken, dann bleibt der Akku fit. Das Gegenteil ist der Fall.
Und was ihr nicht selbst machen könnt
Jetzt der Teil, um den es eigentlich geht. Reinigen und Klingen wechseln bekommt jeder hin. An die Dichtungen kommt man nicht heran, ohne das Gerät zu öffnen, und ohne das richtige Material bringt Öffnen nichts.
Genau deshalb haben wir unseren Winterservice so aufgebaut, wie er ist.
Unser Mähroboter-Winterservice
Was wir bei jedem Gerät machen, das über den Winter zu uns kommt
Preis richtet sich nach Modell als Festpreis ohne Überraschungen. Wir schauen drauf und sagen euch die Summe, bevor wir anfangen.
Winterservice anfragenWer den Roboter drei Winter lang nur sauber macht und wegstellt, kauft im vierten Jahr eine neue Platine. Das ist keine Drohung, das ist unser Frühjahr.
Was wir im Winter sehen
Pro Winter gehen bei uns rund 80-100 Mähroboter durch die Werkstatt. Das Muster wiederholt sich so zuverlässig, dass man die Uhr danach stellen könnte.
Im ersten Jahr ist alles gut. Im zweiten sieht man erste Feuchtigkeitsspuren, meist noch harmlos, ein bisschen Beschlag an der Innenseite. Im dritten Jahr sind die Kontakte angelaufen und der Roboter zickt bei feuchtem Wetter. Im vierten kommt er im Frühjahr nicht mehr hoch.
Und das Ärgerliche daran: Diese Kurve ist kein Naturgesetz. Sie ist die Folge davon, dass an das Gehäuse nie jemand herangeht.
Weil es Zeit kostet und weil man dafür Dichtungsmaterial und Erfahrung mit dem jeweiligen Gerät braucht. Ein Baumarkt macht das nicht. Ein Onlinehändler kann es gar nicht. Und viele Fachbetriebe beschränken sich auf Klingen und Reinigung, weil das schneller geht.
Wir machen es, weil wir dieselben Geräte auch verkaufen und in zwei Jahren wieder auf dem Tisch haben. Uns ist lieber, das Gerät hält sieben Jahre statt vier.
Der richtige Zeitpunkt
Sobald das Gras aufhört zu wachsen, meist Ende Oktober bis Mitte November. Wartet nicht auf den ersten Frost, denn dann steht der Roboter schon ein paar Wochen nass in der Ecke.
Wer im Herbst bringt, hat noch einen zweiten Vorteil: Im März und April ist bei uns wie bei jedem Fachbetrieb im Land die Hölle los. Da wartet ihr. Im November nicht.
📅 Termin für den Winterservice? Ruft kurz an oder schreibt uns. Abholung und Rückgabe stimmen wir mit euch ab.
08272 98884