Was kostet ein Mähroboter
wirklich über die
gesamte Laufzeit?
Der Preis auf dem Etikett ist nur die halbe Wahrheit. Wer ehrlich rechnen will, denkt Installation, Klingen, Strom und Service über Jahre mit. Erst dann zeigt sich, ob sich der Roboter lohnt. Spoiler: meistens ja, aber anders als du denkst.
„Was kostet mich das Ganze?“ ist die wichtigste Frage beim Mähroboter-Kauf. Oft wird sie mit einer einzigen Zahl beantwortet: dem Gerätepreis. Die ehrliche Rechnung hat drei Teile: Anschaffung, Installation und laufende Kosten. Gehen wir sie der Reihe nach durch.
Anschaffung: die drei Preisklassen
Welche Klasse für dich reicht, entscheidet der Garten, nicht der Geldbeutel: Fläche, Steigung, Empfangslage. Ohne Draht geht es auch im kleinen Garten: Der ANTHBOT M5 LiDAR für Flächen bis 500 m² kostet 819,99 € und orientiert sich per LiDAR statt per Satellit. Die Systemfrage dahinter klärt unser Beitrag „Mähroboter mit oder ohne Begrenzungskabel?“.

Installation: was dazugehört und wovon der Preis abhängt
Hier trennt sich der Baumarktkauf vom Fachhändler. Eine Installation umfasst bei uns Standortcheck, Montage der Ladestation (und ggf. RTK-Antenne), maschinelle Drahtverlegung in etwa 7 cm Tiefe bei Kabelsystemen bzw. komplette Kartierung bei kabellosen, Programmierung, App-Einrichtung und Einweisung, alles nach Herstellervorgaben. Die Anfahrt im Installationsgebiet und die ersten Nachbesserungen sind enthalten. Wie das beim Kabelsystem abläuft, steht auf der Seite STIHL iMOW kaufen und Begrenzungsdraht verlegen lassen, für Modelle ohne Draht auf der Seite ANTHBOT kaufen und installieren lassen.
Der Preis hängt von drei Dingen ab: der Fläche (300 m² Reihenhausgarten oder 3.000 m² Grundstück), der Komplexität (Beete, Teich, Gassen, getrennte Teilflächen, Untergrund) und dem System (beim Kabelsystem wird Draht verlegt, ohne Draht kommen Kartierung und meist eine RTK-Antenne dazu; das Kabelgerät ist dafür meist günstiger).

Ein fairer Installationspreis entsteht nach dem Standortcheck in deinem Garten, nicht aus einer Tabelle. Danach bekommst du ein schriftliches Angebot ohne Überraschungen. Wie die Installation bei uns abläuft, steht auf der Seite zur Mähroboter Installation.
Folgekosten: Klingen, Strom, 4G & Service
Der Strom ist übrigens der am meisten überschätzte Posten: je nach Fläche und Modell meist unter 40 € pro Saison. Im Winterservice sind neue Messer und Messerschrauben schon drin, der Grundservice kostet 100 €, das Rundum-Sorglos-Paket mit Abholung und Einbau im Frühjahr 160 €. Wer selbst einwintert, spart das Geld, muss sich aber um Reinigung, Ladestand und frostfreie Lagerung selbst kümmern. Die Schritte stehen im Beitrag Mähroboter einwintern. Der Akku ist ein Verschleißteil, wir tauschen ihn auch bei älteren Modellen. Wie lange er hält und woran du merkst, dass er nachlässt, steht im Ratgeber Mähroboter Akku: Lebensdauer, Warnzeichen und Tausch. Was zur Saisonmitte an Pflege wichtig ist, steht in unserem Saisoncheck-Beitrag.

Die 5-Jahres-Beispielrechnung
Beispiel: mittelgroßer Garten, kabelloser Mähroboter der Mittelklasse, jeden Herbst im Grundservice.
| Posten | Richtwert über 5 Jahre |
|---|---|
| Gerät (z. B. Genie 600e) | 989 € einmalig |
| Installation vom Fachhändler | einmalig, individuell |
| Winterservice mit neuen Klingen (Grundservice, 100 €/Winter) | 500 € |
| Strom (ca. 25 €/Saison) | ca. 125 € |
| 4G ab Jahr 2 (ca. 30 €/Jahr) | ca. 120 € |
| Laufende Kosten gesamt | ca. 745 € ≈ 149 €/Jahr |
Mit dem Gerät kommst du in fünf Jahren auf rund 1.734 € plus Installation, im Schnitt knapp 347 € im Jahr. Mit dem Rundum-Sorglos-Paket für 160 € statt dem Grundservice kommen 300 € dazu. Nicht eingerechnet sind zusätzliche Klingenwechsel während der Saison und ein Akkutausch, beides hängt vom Modell ab.
Und was kostet Selbermähen?
Rechnen wir kurz andersherum: Ein mittlerer Garten will in der Saison 25- bis 30-mal gemäht werden, realistisch je eine Stunde mit Vor- und Nacharbeit. Das sind 25 bis 30 Stunden deines Lebens, jedes Jahr. Bei 35 Grad genauso wie am vollgepackten Samstag. Dazu Sprit, Wartung und irgendwann der Ersatz des Mähers.
Rechne den Roboter nicht nur in Euro. Die freien Samstage stehen in keiner Tabelle, gehören aber in die Rechnung.
Billig-Installation oder Selbstverlegung mit Rasenhaken rächt sich: Oberirdisch mit Haken gespannter Draht hält deutlich schlechter als maschinell verlegter, und ohne Draht entscheidet der Antennenstandort, wie zuverlässig der Roboter fährt. Einmal richtig gemacht ist günstiger als dreimal nachgebessert.
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