Ster, Festmeter,
Schüttraummeter:
Was zahlt ihr wirklich?
Zwei Angebote, zwei Einheiten, und plötzlich weiß niemand mehr, welches günstiger ist. Der Rechner unten macht daraus in fünf Sekunden eine vergleichbare Zahl.
Der Klassiker aus dem Zusamtal: Der eine bietet den Ster Buche, der andere rechnet in Schüttraummeter, und der Dritte redet von Festmetern, weil er es aus dem Wald so kennt. Alle drei meinen Holz, alle drei meinen etwas anderes.
Was die drei Einheiten bedeuten
Ster und Raummeter sind dasselbe. Ster ist der ältere, im Süden gebräuchlichere Ausdruck, Raummeter die offizielle Bezeichnung. Wer euch beides als unterschiedliche Größen verkaufen will, hat entweder keine Ahnung oder er weiß genau, was er tut.
Die Umrechnungsfaktoren
| Von | Nach Festmeter | Nach Raummeter | Nach Schüttraummeter |
|---|---|---|---|
| 1 Festmeter | 1,00 | 1,43 | 2,30 |
| 1 Raummeter | 0,70 | 1,00 | 1,61 |
| 1 Schüttraummeter | 0,43 | 0,62 | 1,00 |
Richtwerte für Scheitholz 33 cm. Bei 25 cm liegt der Schüttfaktor etwas niedriger, bei 50 cm etwas höher, weil längere Scheite sich besser ineinander legen.
Zwei Angebote, beide „100 Euro pro Kubikmeter". Das eine in Raummetern, das andere in Schüttraummetern. Der Unterschied beträgt rund vierzig Prozent Holz für denselben Preis.
Fragt deshalb bei jedem Angebot als Erstes nach der Einheit, nicht nach dem Preis. Und wenn jemand ausweichend antwortet oder von „einem Kubik" spricht, ohne die Einheit zu nennen, ist das bereits die Antwort.
Der Preis pro Kubikmeter sagt gar nichts, solange nicht dabeisteht, welcher Kubikmeter gemeint ist.
Wie viel Wärme steckt drin?
Der eigentlich interessante Vergleich. Ein Ster Fichte und ein Ster Buche kosten oft ähnlich, liefern aber deutlich unterschiedlich viel Wärme, weil Buche schwerer ist.
| Holzart | Heizwert je Raummeter | Entspricht etwa | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Buche | ca. 2.100 kWh | 210 l Heizöl | Der Maßstab. Gute Glut, ruhiges Abbrandbild. |
| Eiche | ca. 2.100 kWh | 210 l Heizöl | Braucht lange zum Trocknen, dafür sehr lange Glut. |
| Esche | ca. 2.100 kWh | 210 l Heizöl | Brennt auch etwas feuchter noch ordentlich. |
| Birke | ca. 1.900 kWh | 190 l Heizöl | Riecht angenehm, brennt schneller ab. |
| Lärche | ca. 1.700 kWh | 170 l Heizöl | Harzig, kann funken. Nicht für offene Kamine. |
| Fichte | ca. 1.500 kWh | 150 l Heizöl | Schnell trocken, schnell abgebrannt. Gut zum Anheizen. |
Richtwerte für lufttrockenes Holz mit rund 20 Prozent Restfeuchte. Die tatsächlichen Werte schwanken je nach Standort, Wuchs und vor allem Trocknungsgrad.
Rechnet einmal durch: Wenn der Ster Buche 40 Prozent mehr kostet als der Ster Fichte, aber auch 40 Prozent mehr Wärme liefert, seid ihr gleich weit. Fichte hat sogar Vorteile, sie trocknet schneller und ist leichter zu spalten.
Der Unterschied liegt im Abbrandverhalten. Buche hält die Glut länger, ihr müsst seltener nachlegen. Fichte brennt schneller ab und funkt stärker. Für den Kachelofen mit langer Abbrandzeit ist Buche im Vorteil, für den schnellen Kaminabend tut es Fichte genauso.
Wo die Faktoren in der Praxis kippen
Die Tabellenwerte stimmen im Durchschnitt. In der Realität gibt es drei Punkte, an denen es abweicht, und alle drei gehen zu euren Lasten, wenn ihr nicht hinschaut.
Die Stapelweise. Ein sauber und dicht gestapelter Ster enthält spürbar mehr Holz als ein locker aufgeworfener. Wer geliefert bekommt, sollte beim Abladen dabei sein.
Der Spaltgrad. Fein gespaltene Scheite lassen mehr Zwischenräume als grobe. Klingt paradox, ist aber so. Ein Ster feines Anzündholz hat weniger Masse als ein Ster grobe Scheite.
Die Krümmung. Krumme, astige Scheite stapeln sich schlechter. Bei ordentlichem Holz aus dem Bestand ist das kein Thema, bei Kronenholz und Astmaterial durchaus.
Alle Heizwerte oben gelten für lufttrockenes Holz. Bei 30 Prozent Restfeuchte verliert ihr einen erheblichen Teil davon, weil ein Teil der Energie darauf verwendet wird, das Wasser zu verdampfen. Frisch geschlagenes Holz mit 50 Prozent Feuchte liefert grob die Hälfte der Wärme und verrußt zusätzlich den Schornstein.
Ein günstiger Ster nasses Holz ist damit fast immer teurer als ein teurer Ster trockenes.
Wer selbst macht, rechnet anders
Für Selbstwerber verschiebt sich die Rechnung. Ihr kauft nicht in Raummetern, sondern bekommt ein Los zugewiesen, meist in Festmetern. Was daraus an gestapeltem Holz wird, hängt an eurer Arbeit.
Zur groben Orientierung: Aus einem Festmeter Rundholz werden etwa 1,4 Raummeter fertiges Scheitholz. Wer also acht Ster im Jahr verheizt, braucht ungefähr sechs Festmeter im Los.
Was das an Arbeit bedeutet, unterschätzen viele beim ersten Mal. Sägen, spalten, transportieren, stapeln, und das Ganze zwei Jahre vor dem Verheizen. Wer schon dabei ist, sollte sich die Frage stellen, ob das Werkzeug zur Menge passt. Eine Säge, die für vier Ster ausreicht, wird bei zwanzig zur Qual.
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