Mähroboter einwintern: Der Akku überlebt meistens. Die Platine nicht.

ANTHBOT M-Series bei der Hinderniserkennung

❄️ Winterservice · Mähroboter

Mähroboter einwintern:
Der Akku überlebt meistens.
Die Platine nicht.

Jeden Frühling stehen hier Geräte, die im Herbst noch tadellos gelaufen sind und jetzt nicht mehr aufwachen. Fast nie liegt es am Akku. Es liegt an Feuchtigkeit, die sich über den Winter durch eine müde Dichtung gearbeitet hat.

Rieblingen bei Wertingen 10 Min. Lesezeit ANTHBOT · iMOW

Die meisten Anleitungen im Netz erzählen euch dasselbe: Akku halb voll laden, Klingen wechseln, sauber machen, fertig. Das ist nicht falsch. Es ist nur die Hälfte, und ausgerechnet die unwichtigere.

Ein Mähroboter steht von März bis Oktober im Freien. Regen, Tau, Hitze, wieder Regen. Die Dichtungen an Gehäusedeckel, Ladekontakten und Sensordurchführungen arbeiten die ganze Zeit gegen Temperaturwechsel. Nach zwei, drei Saisons sind sie hart geworden. Sie sehen noch aus wie neu, dichten aber nicht mehr richtig.

Dann kommt der Winter. Der Roboter steht in der Garage, es wird kalt, es wird wieder wärmer, und jedes Mal schlägt sich Kondenswasser im Gehäuse nieder. Auf der Platine. Über vier Monate.

Was ihr selbst machen könnt

Alles, was jetzt kommt, schafft jeder in einer knappen Stunde. Es deckt den größten Teil ab und ist deutlich besser als nichts.

1Gründlich reinigen, aber nicht mit Druck

Runter mit dem Gerät, Gehäuse abnehmen soweit vorgesehen, Messerteller und Radantriebe freilegen. Gras setzt sich als harte Kruste um die Antriebswellen, und dort sitzen die Wellendichtringe.

Handbürste, Holzspachtel, feuchtes Tuch. Kein Hochdruckreiniger, kein Gartenschlauch mit Strahl. Ihr drückt das Wasser genau dorthin, wo es nichts verloren hat. Das ist der schnellste Weg, sich den Schaden selbst zu bauen, den man eigentlich vermeiden wollte.

2Klingen tauschen, nicht schärfen

Mähroboterklingen sind Wegwerfteile. Sie wiegen wenige Gramm und drehen mit hoher Drehzahl. Wer sie nachschleift, nimmt ungleichmäßig Material ab, und dann läuft der Messerteller unwuchtig. Das geht auf Motorlager und Aufnahme.

Tauscht immer den kompletten Satz, auch wenn nur eine Klinge beschädigt aussieht. Und die Schrauben gleich mit, die sind Teil des Sets und ausgeleiert schneller als man denkt.

3Akku auf den richtigen Stand bringen

Voll laden und wegstellen. Ein Lithium-Ionen-Akku altert bei vollem Ladestand deutlich schneller als bei mittlerem.

0 bis 20 %
40 bis 60 %
bis 80 %
100 %
Tiefentladung drohtidealgehtaltert
Lagert bei etwa 40 bis 60 Prozent und schaut im Februar noch einmal nach. Manche Geräte ziehen im Standby weiter Strom, und ein tiefentladener Akku wacht nicht mehr auf. Das ist kein Defekt, den man reparieren kann, das ist ein neuer Akku.
4Frostfrei lagern, aber nicht warm

Ideal sind ungefähr 5 bis 15 Grad, trocken und ohne große Temperatursprünge. Ein ungedämmter Blechschuppen ist der schlechteste Ort, den es gibt, weil dort jeden einzelnen Tag Kondenswasser anfällt.

Keller, Garage oder ein trockener Abstellraum sind gut. Direkt neben der Heizung ist wieder schlecht.

5Ladestation stromlos, Kontakte prüfen

Die Station selbst darf draußen bleiben. Netzteil und Kabel gehören trotzdem rein, und die Ladekontakte solltet ihr euch ansehen. Wenn sie schwarz oder grün angelaufen sind, vorsichtig blank machen.

Bei RTK-Systemen bleibt die Stange der Referenzstation in der Regel ebenfalls stehen, die Antenne selbst jedoch sollte man abschrauben und abstecken. Bei kabelgebundenen Systemen bleibt das Begrenzungskabel selbstverständlich liegen, das nimmt niemand raus.

6Software aktualisieren, bevor er offline geht

Der Punkt, an den kaum jemand denkt. Macht das Update, solange das Gerät noch verbunden ist. Sonst startet ihr im März mit einer Firmware von vorletztem Jahr und ärgert euch über Fehler, die längst behoben sind.

Was ihr auf keinen Fall tun solltet

Mit dem Hochdruckreiniger reinigen. Steht oben schon, wird hier wiederholt, weil es der teuerste Fehler ist. 

Den Akku ausbauen, wenn er verklebt oder verschraubt ist. Bei vielen Modellen sitzt er hinter der Abdichtung. Wer da hineingeht ohne zu wissen, wie wieder abgedichtet wird, macht die Sache schlimmer.

Über Winter am Strom stehen lassen. Manche denken, dann bleibt der Akku fit. Das Gegenteil ist der Fall.

Und was ihr nicht selbst machen könnt

Jetzt der Teil, um den es eigentlich geht. Reinigen und Klingen wechseln bekommt jeder hin. An die Dichtungen kommt man nicht heran, ohne das Gerät zu öffnen, und ohne das richtige Material bringt Öffnen nichts.

Genau deshalb haben wir unseren Winterservice so aufgebaut, wie er ist.

Unser Mähroboter-Winterservice

Was wir bei jedem Gerät machen, das über den Winter zu uns kommt

Neuabdichtung der Elektronik
Das Herzstück. Gehäusedichtungen, Durchführungen und Übergänge werden erneuert, statt nur begutachtet. Damit läuft das Gerät nicht im dritten Jahr wegen Korrosion auf der Platine aus dem Ruder.
Vollständige Überprüfung der Elektronik
Platine, Sensorik, Kontakte und Verkabelung im geöffneten Zustand. Beginnende Korrosion sieht man nur, wenn man hineinschaut.
Prüfung aller Verschleißteile
Antriebsräder, Lager, Wellendichtringe, Messerteller. Was jetzt ansteht, sagen wir euch, bevor es im Mai mitten in der Saison ausfällt.
Messertausch
Kompletter Satz, inklusive Schrauben. Nicht nachgeschliffen.
Gründliche Säuberung
Auch unter dem Gehäuse und an den Antriebswellen, wo es von Hand kaum geht.
Einlagerung über den Winter
Das Gerät steht bei uns trocken und temperiert, mit dem richtigen Ladestand. Ihr habt die Garage frei und im Frühjahr ein Gerät, das anläuft.

Preis richtet sich nach Modell als Festpreis ohne Überraschungen. Wir schauen drauf und sagen euch die Summe, bevor wir anfangen.

Winterservice anfragen

Wer den Roboter drei Winter lang nur sauber macht und wegstellt, kauft im vierten Jahr eine neue Platine. Das ist keine Drohung, das ist unser Frühjahr.

Was wir im Winter sehen

Pro Winter gehen bei uns rund 80-100 Mähroboter durch die Werkstatt. Das Muster wiederholt sich so zuverlässig, dass man die Uhr danach stellen könnte.

Im ersten Jahr ist alles gut. Im zweiten sieht man erste Feuchtigkeitsspuren, meist noch harmlos, ein bisschen Beschlag an der Innenseite. Im dritten Jahr sind die Kontakte angelaufen und der Roboter zickt bei feuchtem Wetter. Im vierten kommt er im Frühjahr nicht mehr hoch.

Und das Ärgerliche daran: Diese Kurve ist kein Naturgesetz. Sie ist die Folge davon, dass an das Gehäuse nie jemand herangeht.

Warum das so selten gemacht wird

Weil es Zeit kostet und weil man dafür Dichtungsmaterial und Erfahrung mit dem jeweiligen Gerät braucht. Ein Baumarkt macht das nicht. Ein Onlinehändler kann es gar nicht. Und viele Fachbetriebe beschränken sich auf Klingen und Reinigung, weil das schneller geht.

Wir machen es, weil wir dieselben Geräte auch verkaufen und in zwei Jahren wieder auf dem Tisch haben. Uns ist lieber, das Gerät hält sieben Jahre statt vier.

Der richtige Zeitpunkt

Sobald das Gras aufhört zu wachsen, meist Ende Oktober bis Mitte November. Wartet nicht auf den ersten Frost, denn dann steht der Roboter schon ein paar Wochen nass in der Ecke.

Wer im Herbst bringt, hat noch einen zweiten Vorteil: Im März und April ist bei uns wie bei jedem Fachbetrieb im Land die Hölle los. Da wartet ihr. Im November nicht.

📅 Termin für den Winterservice? Ruft kurz an oder schreibt uns. Abholung und Rückgabe stimmen wir mit euch ab.

08272 98884

Häufige Fragen

Muss der Mähroboter überhaupt rein? Er ist doch wetterfest.
Wetterfest heißt: Er verträgt Regen im laufenden Betrieb. Das ist etwas anderes als vier Monate stehen bei wechselnden Temperaturen. Im Betrieb erwärmt sich die Elektronik und trocknet sich selbst. Im Stillstand passiert das Gegenteil. Dazu kommt der Akku, der bei Frost Schaden nimmt. Also ja, er muss rein.
Kann die Ladestation draußen bleiben?
Bei den meisten Modellen ja. Netzteil und Kabel nehmt ihr trotzdem mit rein. Bei RTK-Systemen bleibt auch die Referenzstation üblicherweise stehen, das erspart euch im Frühjahr die neue Einmessung. Wenn ihr unsicher seid, ob euer Modell dazugehört, ruft an, das ist in einer Minute geklärt.
Muss ich das Begrenzungskabel ausgraben?
Nein. Das Kabel bleibt liegen, Winter für Winter. Es ist für dauerhafte Verlegung im Boden gemacht.
Warum tauscht ihr die Klingen, statt sie zu schleifen?
Weil eine geschliffene Mähroboterklinge nie mehr das gleiche Gewicht hat wie vorher. Bei den Drehzahlen, mit denen der Messerteller läuft, machen sich schon wenige Zehntelgramm Unterschied als Unwucht bemerkbar. Das spürt ihr nicht, aber das Motorlager schon. Klingen kosten wenig, ein Antriebsmotor nicht.
Ich habe meinen Roboter online gekauft. Macht ihr den Winterservice trotzdem?
Ja. Wir schauen uns auch Geräte an, die nicht von uns sind. Was wir nicht immer garantieren können, sind Ersatzteile für Marken, die wir nicht führen. Bei ANTHBOT und STIHL iMOW ist das kein Thema, bei exotischeren Modellen kann es dauern oder im Einzelfall gar nicht gehen. Ruft am besten vorher an und sagt uns, welches Gerät es ist.
Was kostet der Winterservice?
Das hängt am Modell und am Zustand, deshalb nennen wir hier bewusst keine Pauschale, die dann für die Hälfte der Geräte nicht stimmt. Wir sehen uns das Gerät an, sagen euch die Summe, und erst dann fangen wir an. Nichts wird gemacht, was ihr nicht freigegeben habt.