Brennholz ablängen:
Ab wann die Motorsäge
das falsche Werkzeug ist
Zum Fällen und Entasten führt an der Kettensäge nichts vorbei. Beim reinen Ablängen auf Scheitlänge sieht die Sache anders aus, und zwar nicht nur beim Tempo.
Die meisten Brennholzmacher benutzen für alles dieselbe Säge. Fällen, entasten, ablängen, alles mit der einen Motorsäge, die man halt hat. Das funktioniert. Bei kleinen Mengen ist es sogar richtig. Ab einem gewissen Punkt arbeitet man damit aber gegen sich selbst.
Das Problem beim Ablängen
Beim Ablängen machst du immer denselben Schnitt. Immer dieselbe Länge, immer dieselbe Bewegung, hundert- oder tausendmal hintereinander. Und genau dabei sammeln sich drei Nachteile an, die beim Fällen keine Rolle spielen.
Die Haltung. Du stehst gebückt über dem Stamm oder dem Bock. Nach zwei Stunden merkst du das im Kreuz, und ab da wird die Arbeit unsauber.
Der Bodenkontakt. Beim Ablängen auf dem Boden oder auf einem einfachen Bock erwischt die Kette regelmäßig Erde oder Steine. Eine Vollmeißelkette ist danach hinüber. Du feilst öfter, als du sägst. Wenn du nicht selbst feilen willst, kannst du die Sägekette bei uns schärfen lassen, für 7 € pro Kette mit Tiefenbegrenzer.
Der Rückschlag. Beim monotonen Ablängen lässt die Konzentration nach. Und die Schnittstelle liegt genau dort, wo die Schienenspitze arbeitet. Die meisten Rückschläge passieren nicht beim schwierigen Fällschnitt, sondern beim tausendsten Routineschnitt.
Die Berufsgenossenschaften weisen seit Jahren darauf hin, dass ein erheblicher Teil der schweren Motorsägenunfälle nicht bei der Fällung passiert, sondern bei der Brennholzaufbereitung zu Hause. Nicht im Wald, im Hof. Nicht beim Profi, beim Selbstwerber.
Der Grund ist banal: Zu Hause fühlt es sich sicher an. Man kennt den Ablauf, es ist ja nur Ablängen, und die Schutzhose hängt noch im Auto.
Was eine Wippsäge anders macht
Eine Wippkreissäge, auch Brennholzsäge oder Wippsäge genannt, dreht das Prinzip um. Nicht das Werkzeug wandert zum Holz, sondern das Holz zum Werkzeug.
Der Stamm liegt in einer Wippe, einer Art Wiege. Du legst ihn ein, schiebst bis zum Längenanschlag und ziehst die Wippe gegen das feststehende Kreisblatt. Nach dem Schnitt federt die Wippe zurück, das Blatt verschwindet wieder hinter der Abdeckung.

Du führst ein laufendes Schneidwerkzeug frei in der Hand. Die Schnittstelle ist offen, die Schienenspitze ungeschützt.
Schnittlänge frei wählbar, dafür jedes Mal neu angezeichnet oder nach Augenmaß. Ungleiche Scheite stapeln sich schlechter.
Nach jedem Bodenkontakt Kette nachfeilen.
Das Blatt ist fest montiert und verdeckt. Deine Hände sind an der Wippe, nicht am Schnitt.
Längenanschlag sorgt für gleichmäßige Scheite. Der Stapel wird dichter und trocknet besser.
Kein Bodenkontakt, kein ständiges Nachschärfen. Ein Sägeblatt hält lange.
Eine Wippsäge ist im Ablängbetrieb konstruktiv sicherer als eine Motorsäge, aber sie bleibt eine Maschine mit einem laufenden Kreisblatt. Gehörschutz und Schutzbrille sind Pflicht, weite Kleidung und Handschuhe mit losen Bündchen sind gefährlich, weil sie eingezogen werden können.
Und der wichtigste Punkt: Niemals allein arbeiten, wenn du schweres Holz einlegst. Beim Heben und Nachschieben passieren die Unfälle, die niemand auf dem Zettel hat.
Die Wippsäge nimmt dir nicht die Arbeit ab. Sie nimmt dir die Stelle ab, an der die meisten Fehler passieren.
Für wen es sich rechnet, für wen nicht
Jetzt der Teil, an dem wir uns ins eigene Fleisch schneiden. Denn eine Wippsäge ist eine Investition im vierstelligen Bereich, und die lohnt sich längst nicht für jeden.
Stopp einmal ehrlich, wie lange du für einen Ster brauchst, vom Aufladen bis zum fertig abgelängten Haufen. Multiplizier das mit deiner Jahresmenge. Dann setz die Zahl in Relation zum Anschaffungspreis.
Wer zwanzig Ster im Jahr macht und pro Ster eine Stunde spart, hat in fünf Jahren hundert Stunden gewonnen. Ob dir das den Preis wert ist, kannst nur du entscheiden. Aber es ist eine ehrlichere Rechnung als jedes Verkaufsargument.
Was wir dazu im Haus haben
Binderberger WS 700 E
Elektrische Wippkreissäge für die Brennholzaufbereitung
Binderberger baut Forsttechnik in Österreich und ist bei Wippsägen und Spalttechnik seit Jahrzehnten im Geschäft. Die Wipp-Säge 700 gibt es in vier Antriebsarten. Die WS 700 E läuft mit einem E-Motor mit 5,5 kW an 400 V und 16 A, also ohne Zapfwelle und ohne Verbrennungsmotor. Serienmäßig ist ein Chromstahlblatt mit 700 mm verbaut, abgelängt wird Meterholz bis 24 cm Durchmesser.
Auf der Produktseite stellst du Ausführung und Zubehör zusammen und bekommst ein verbindliches Angebot mit Liefertermin. Wenn du wissen willst, ob deine Stromversorgung im Stadel dafür reicht, ruf an, das lässt sich am Telefon klären.
Wir zeigen dir die Maschine gerne vor Ort, bevor du dich entscheidest.
Zur WS 700 EWenn du neben Brennholz auch Bretter und Bohlen längs schneiden willst, schau dir die Binderberger Tischwipp-Säge 700 an. Sie lässt sich in Sekunden zwischen Tisch- und Wippbetrieb umbauen.

Dazu passend: die Forstbox
Wer im Wald arbeitet, kennt das Problem mit dem Werkzeug. Säge, Keile, Kanister, Feilzeug, Erste-Hilfe-Material, alles liegt irgendwo im Anhänger und ist dann doch nicht dabei, wenn man es braucht.
Die Binderberger Forstbox löst das mit einer festen Ordnung. Es gibt sie als Standard und als Forstbox Professional mit Schraubstock und ausklappbarer Werkbank. Die Standard ist ein Auslaufmodell und nur noch erhältlich, solange der Vorrat reicht. Welche für deinen Einsatz passt, erklären wir dir am besten direkt.
🔩 Unsicher, welche Lösung zu deiner Menge passt? Komm vorbei und beschreib uns deinen Ablauf. Wir sagen dir auch, wenn eine Anschaffung sich nicht lohnt.
08272 98884Was trotzdem für die Motorsäge spricht
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Die Wippsäge ersetzt die Kettensäge nicht, sie ergänzt sie.
Gefällt und entastet wird nach wie vor mit der Motorsäge, daran führt kein Weg vorbei. Auch für Holz, das nicht in die Wippe passt, weil es zu dick, zu krumm oder zu kurz ist, brauchst du die Säge. Und wer im Bestand fällt, kann schlecht eine Wippsäge mitnehmen. Damit die Säge läuft, wenn die Holzsaison anfängt, bring sie vorher zur Motorsägen-Wartung in unsere Werkstatt.
Realistisch sieht der Ablauf bei vielen so aus: Motorsäge im Bestand für Fällung und Vorlängung auf Meterstücke, Wippsäge zu Hause im Hof für das Ablängen auf Scheitlänge. Welche Säge zu welcher Menge passt, haben wir im Beitrag Welche STIHL Motorsäge für Brennholz aufgeschlüsselt.

Wer noch nicht weiß, ob die eigene Motorsäge für die Menge überhaupt reicht, muss nicht raten. In unserem Mietpark steht eine MS 261 C-M für 29 € am Tag (Stand Oktober 2026). Ein Tag am eigenen Polter beantwortet mehr Fragen als jede Beratung, und die Betriebseinweisung gibt es beim Abholen dazu.