Notstromaggregat fürs Haus: Wie viel kVA braucht ihr wirklich?

Die neue STIHL PS 2000 "Powerbank" im Großen Maßstab

Hinweis: Alle Wattangaben sind typische Richtwerte zur Orientierung. Die verbindliche Auslegung – besonders bei Hauseinspeisung und Drehstromverbrauchern – gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.

Spätestens seit den Blackout-Debatten der letzten Jahre steht das Thema bei vielen auf der Liste: ein Stromerzeuger für den Fall der Fälle. Die häufigste Frage bei uns im Laden ist dabei immer dieselbe – „wie groß muss das Ding sein?" Die Antwort ist keine Bauchsache, sondern eine kurze Rechnung mit zwei Fallstricken. Fangen wir vorne an.

kW oder kVA? Der kleine Unterschied

Stromerzeuger werden in kVA (Scheinleistung) angegeben, eure Geräte in Watt bzw. kW (Wirkleistung). Als Faustformel gilt: kW ≈ kVA × 0,8. Ein 6-kVA-Aggregat liefert also real rund 4,8 kW nutzbare Leistung. Wer das verwechselt, kauft automatisch 20 % zu klein – der erste klassische Fehler.

Grundlast berechnen: was läuft im Ernstfall?

Schreibt auf, was bei einem Stromausfall wirklich gleichzeitig laufen muss – nicht alles, was ihr besitzt. Typische Richtwerte:

Verbraucher Betrieb (ca.) Anlauf (ca.)
Kühlschrank / Gefriertruhe 100–200 W 3–5× so viel
Heizung (Pumpe + Steuerung) 100–300 W moderat
Beleuchtung (LED, mehrere Räume) 50–100 W
Router, Telefon, Ladegeräte 20–50 W
Wasserkocher / Kaffeemaschine 1.500–2.000 W
Hauswasserwerk / Pumpe 500–1.000 W 3–6× so viel

Grundversorgung (Kühlung, Heizung, Licht, Kommunikation) landet damit meist bei 500–800 W Dauerlast – klingt harmlos. Der Haken kommt jetzt.

Anlaufströme – der Klassiker-Fehler

⚠️ Motoren ziehen beim Start ein Vielfaches

Kühlschrankkompressor, Wasserpumpe, Heizungsbrenner: Geräte mit Motor brauchen beim Anlaufen kurz das 3- bis 6-Fache ihrer Nennleistung. Und im Blackout starten sie alle gleichzeitig, sobald ihr das Aggregat anwerft. Wer nur die Dauerlast addiert hat, sieht dann: nichts. Deshalb gilt – Anlaufspitzen einplanen und großzügig Reserve rechnen.

Die Faustregeln nach Einsatzprofil

🏠
Grundversorgung
3–5 kVA
Kühlung, Heizung, Licht, Router. Das Minimum, mit dem ein Haushalt einen längeren Ausfall entspannt übersteht.
🏡
Komfort im Einfamilienhaus
5–8 kVA
Grundversorgung plus Kochen, Warmwasser und ein paar Annehmlichkeiten – die häufigste Empfehlung bei uns.
🚜
Hof & Werkstatt
ab 10 kVA
Mit Drehstrom (400 V) für Melktechnik, Kompressor, Kreissäge & Co. – hier zählt jede Anlaufspitze doppelt.
💻
Empfindliche Elektronik
Inverter
Laptop, Heizungssteuerung, Ladegeräte: Inverter-Technik liefert sauberen Strom ohne Spannungsspitzen.
Das beste Aggregat ist nicht das größte, sondern das, das beim ersten echten Stromausfall genau das trägt, wofür ihr es gekauft habt – inklusive der Anlaufspitzen, an die vorher niemand denkt.
Einschätzung, Landtechnik Breindl

Diesel oder Benzin?

🛢️ Diesel
Der Dauerläufer
Dauerbetriebsehr gut geeignet
Verbrauchsparsamer unter Last
Kraftstoff-Lagerunglänger lagerfähig
Anschaffunghöher
Typisch fürHof, Gewerbe, lange Ausfälle
⛽ Benzin
Der Flexible
Dauerbetriebfür kürzere Einsätze
Gewicht & Handlingleichter, mobiler
Kraftstoff-Lagerungbegrenzt haltbar
Anschaffunggünstiger
Typisch fürHaus, Garten, Baustelle
💡 Warum wir auf SDMO setzen

Bei Stromerzeugern führen wir SDMO – robuste Markentechnik vom Spezialisten, vom kompakten Benzin-Aggregat bis zur Diesel-Klasse für den Dauerbetrieb. Und wir dimensionieren mit euch, statt einfach das nächstbeste Gerät aus dem Regal zu ziehen.

Einspeisung ins Haus: Stopp, Elektriker!

⚠️ Niemals einfach in die Steckdose stecken

Ein Aggregat wird nie über ein Kabel „rückwärts" in eine Steckdose eingespeist. Ohne fachgerechte Netztrennung gefährdet ihr Monteure am Netz, eure Anlage und euch selbst. Die Hauseinspeisung gehört mit Umschalteinrichtung von einer Elektrofachkraft installiert – einmal gemacht, funktioniert der Notstrom danach mit zwei Handgriffen.

Für den Anfang tut es übrigens auch die einfache Variante: Kühlschrank, Heizungssteuerung und Licht direkt am Aggregat über geeignete Verlängerungen betreiben. Kein Umbau nötig – nur ein sicherer Standplatz im Freien, niemals in geschlossenen Räumen (Abgase!).

💬 Unsicher bei der Dimensionierung? Bringt eure Geräteliste mit – wir rechnen die passende Aggregatgröße mit euch durch.

Beratung anfragen →

Notstrom, der im Ernstfall liefert

SDMO Stromerzeuger, ehrliche Dimensionierung und Service – in Wertingen, im Landkreis Dillingen und Umgebung.

Jetzt Kontakt aufnehmen →

FAQ: Notstromaggregat fürs Haus

Wie viel kVA braucht ein Einfamilienhaus?
Für die Grundversorgung (Kühlung, Heizung, Licht, Router) meist 3–5 kVA, mit Komfort wie Kochen und Warmwasser eher 5–8 kVA. Entscheidend sind die Anlaufströme der Motorgeräte – deshalb immer mit Reserve rechnen.
Was ist der Unterschied zwischen kW und kVA?
kVA ist die Scheinleistung des Aggregats, kW die real nutzbare Wirkleistung. Faustformel: kW ≈ kVA × 0,8. Ein 6-kVA-Gerät liefert also rund 4,8 kW.
Darf ich ein Notstromaggregat selbst ans Hausnetz anschließen?
Nein. Die Einspeisung ins Hausnetz erfordert eine Umschalteinrichtung mit sicherer Netztrennung und gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Einzelne Geräte direkt am Aggregat zu betreiben ist dagegen problemlos möglich – im Freien, wegen der Abgase.
Brauche ich einen Inverter-Stromerzeuger?
Wenn empfindliche Elektronik dranhängt – Laptop, moderne Heizungssteuerung, Akku-Ladegeräte – ja: Inverter liefern sauberen, spannungsstabilen Strom. Für robuste Verbraucher wie Pumpen oder Baustellengeräte reicht ein konventionelles Aggregat.